Wie kann man junge Muslime erreichen und leiten?
Diese einfache Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten,
wenn man die Situation vieler junger Muslime betrachtet, die in einer von der
Realität fernen, künstlichen Welt leben. Es gibt viele Studien, die sich mit der
Welt der muslimischen Jugendlichen, als einen besonders zu behandelnden Teil der
Jugend, beschäftigen. Doch sind diese weder in der Lage wirkungsvolle
Veränderungsvorschläge zu machen noch hätten sie die Mittel dazu.
Murat Demiryürek, ein junger Muslim aus Neuss, hat sich in
seinem Buch „Jung & Muslim“ der Thematik angenommen und somit einen der
wenigen Beiträge zu einer neuen Literaturgattung in Deutschland verfasst. Er
kennt nicht nur die Situation der Jugendlichen genau, sondern kann als Muslim –
und hier liegt der Unterschied zu den erwähnten Studien – Lösungsvorschläge vor
dem religiösen und kulturellen Hintergrund der jungen Muslime machen.
So beruft er sich immer wieder auf islamische Werte, wobei er
diese mit schlagkräftigen und logischen Argumenten darstellt, aus einem
Blickwinkel den jeder nachvollziehen kann.
Im Abschnitt über Zeitvergeudung und Planlosigkeit heißt es
beispielsweise: „Eines hat mich schon immer interessiert: Kannten die
Menschen vor Tausenden von Jahren schon so etwas wie Langeweile? ... Wie
kann es also sein, dass alles in der Welt seine Aufgabe hat, aber nur der Mensch
tun und lassen kann, was er will? Oder darf er das doch nicht? ... Da
Jugendliche auf die Idee kommen könnten ihre Zeit zu verwerten, muss Iblis sie
in sinn- und brotlose Beschäftigungen verwickeln. Er ist dabei nicht wählerisch
– Hauptsache Zeitvergeudung.
Im Abschnitt über Drogen heißt es: „So gesehen stellen
Drogen eine Kurzurlaub von vielen unaufhörlichen Fragen dar. Viele Menschen und
zunehmend auch Muslime sehnen sich doch nicht umsonst nach dem Wochenende, wo im
Wechselspiel zwischen Alkohol und Drogen ein solcher Urlaub mentaler Art
ermöglicht wird… An dieser Stelle stellt sich die Frage nach dem Preis, den
einige Kurzurlauber hierfür zahlen müssen. Dieser fällt nämlich höher aus, als
es Iblis beim Verkaufsgespräch vorgibt.“
An anderen Stellen übertreibt er jedoch etwas oder schildert
die Situation so detailliert, dass man neugierig wird, ob es beispielsweise in
einer Diskothek wirklich so zugeht. An diesen Stellen fragt man sich, ob der
Autor nicht ein extremes Beispiel genommen hat.
Die einfache aber überzeugende Sprache und der einfühlsame doch
zugleich klare Stil verleihen dem Buch seine Besonderheit und machen es für
junge Muslime auf jeden Fall lesenswert.
Das Buch setzt sich in einer erfrischend jugendlichen Art und
Weise mit den Themen auseinander, die junge Muslime in Deutschland bewegen und
die einen großen Einfluss auf ihr Leben haben: jung und Muslim zu sein - und das
auch noch in Deutschland!
Wir sind uns sicher, dass viele Jugendliche sich nicht nur mit
dem Autor identifizieren können, sondern sich auch denken werden, dass der Autor
gerade über sie persönlich schreibt. Genau hierin liegt der Schlüssel dafür,
dass die Leser den ein oder anderen Ratschlag bzw. Denkanstoß des Autors auch
annehmen bzw. verinnerlichen.
Murad Wilfried Hofmann über das Buch:
Der Islam. Und die Jugend? Zwei Realitäten. Zwei Gefühlswelten.
Ein Hin- und Hergerissensein. Wie lässt sich beides unter einen Hut bringen?
Dieses Buch legt die Realität offen. Es ist aus dem Leben gegriffen und kein
Theoriebuch. Es wird nichts beschönigt und Klartext gesprochen. Dieses Buch will
helfen eines klarzumachen: Islam und Jugend sind kein Widerspruch! Die Jugend
betreffende Probleme werden geschickt angesprochen. Beeindruckend richtige
psychologische Analysen.
Abdurrahman Reidegeld über das Buch:
„Hier spricht eine außergewöhnliche Stimme: jugendlich, klar,
mit teils recht eigenwillig scharfer Note und bei alldem immer mit dem Blick auf
das Ziel gerichtet: jungen und jung gebliebenen Menschen die Konsequenzen ihrer
Lebensweise vor Augen zu führen, und zugleich ein schönes praktikables
Lebenskonzept zu entwerfen."