Al Iqtisaad Fi al-Itiqaad

26.10.2016 13:18

Die ʿaqīda, die Glaubenslehre des Islams, ist die erste der fünf Säulen des Islams. Die Muslime sind sich in den Grundzügen der Glaubenslehre einig, diese sind die sechs Säulen des Glaubens: der Glaube an Allah, die Engel, die Offenbarung, die Propheten, das Jenseits und die göttliche Vorbestimmung. In einigen Bereichen dieser sechs Glaubensartikel bestehen jedoch unterschiedliche Ansichten, dies betrifft vor allem die nichtsunnitischen Gruppierungen. Dieses Buch ist ein klassisches Einführungswerk der sunnitischen Glaubenslehre nach der alten Methode der frühen Gelehrten.

Die islamische Glaubenslehre befasst sich im Kern mit den sechs Säulen des Glaubens: der Glaube an Allah, die Engel, die Propheten, die Offenbarungsbücher, das Jenseits und die Vorbestimmung.
Abhandlungen über die Glaubenslehre kamen erst mit dem Auftreten von Sekten auf, die bestimmte Glaubensartikel ablehnten oder umdeuteten. Daher enthalten viele frühe Abhandlungen zur Glaubenslehre in ihren Titeln Wendungen wie ar-radd ʿalā „die Widerlegung von“, weil Gelehrte zunächst die Argumente abweichender Meinungen widerlegten. Als immer mehr Sekten entstanden, begannen die Gelehrten im dritten Jahrhundert damit, die Glaubenslehre in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Als die ursprüngliche Glaubenslehre gilt die sunnitische, da alle anderen Glaubenslehren nach ihr entstanden und sich auf bestimmte Gründer zurückführen lassen. Als dem Sunnitentum zugehörig sehen sich wiederum drei Denkschulen: die Aschariten, die Maturiditen und die ʾahl al-ʾaṯar – die Überlieferungstreuen, auch Leute des Hadith genannt. Das vorliegende Buch ist eine Darstellung der Glaubenslehre aus der Sicht der Überlieferungstreuen, diese Lehre basiert rein auf dem wörtlichen Verständnis der Gesamtheit der Texte aus Qurʾān und Sunna.

Der Autor

ʿAbdulġanī al-Maqdisī (541-600). Sein religiöser Titel ist Taqiyyuddīn, er wird aufgrund seiner ausgezeichneten Kenntnis der Hadithe und Überlieferer als Ḥāfiẓ bezeichnet.

Er wurde 541 in Ğummāʿīl geboren, einem Vorort von Nablus bei Jerusalem. Schon bald zog seine Familie nach Damaskus, wo er aufwuchs und zur Schule ging. Zunächst lernte er bei seinem Verwandten, dem Gelehrten Muḥammad ibn ʾAḥmad ibn Qudāma al-Maqdisī, der der Familie al-Maqdisī damals vorstand. Später studierte er bei den Damaszener Gelehrten wie ʾAbū al-Makārim ibn Hilāl und Salmān ar-Raḥabī fiqh und andere Wissenschaften. Im Jahr 561 zog er für vier Jahre nach Bagdad, wo er unter anderem beim Gelehrten ʿAbdulqādir al-Ğaylānī lernte. 565 kehrte er iqtisad3dnach Damaskus zurück, doch bald darauf reiste er nach Ägypten und lebte einige Zeit in Alexandria beim Gelehrten ʾAbū Ṭāhir as-Silafī (gest. 576). Später reiste er nach Isfahan und lebte auch dort einige Zeit.

ʿAbdulġanī al-Maqdisī ist in erster Linie einer der bekanntesten Hadith-Wissenschaftler der islamischen Geschichte. Er wurde von mehr als 500 Gelehrten als Ḥāfiẓ bezeichnet. Ein Ḥāfiẓ ist ein Gelehrter, der die meisten Hadithe mit zugehörigen Überlieferungsketten und Biographien der Überlieferer auswendig kennt. Aḏ-Ḏahabī zitiert von Ḍiyāʾuddīn al-Maqdisī: „Unser Scheich, der Ḥāfiẓ, wurde selten über einen Hadith befragt, den er nicht auswendig erwähnte, erklärte und beurteilte. Wenn man ihn nach einem Überlieferer fragte, erwähnte er stets dessen vollständigen Namen: Soundso, der Sohn von Soundso, der Enkel von Soundso, und er erwähnte seinen Familiennamen. Er war der Emir der Gläubigen im Hadith.“ Einige seiner Werke gehören zum Kanon der islamischen Wissenschaften.


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